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Kompost anlegen: Aus Gartenabfall wird beste Erde

Standort wählen, richtig schichten, umsetzen – so entsteht in Ihrem Garten nährstoffreicher Humus

Einfach 2–3 Stunden fürs Anlegen, 9–12 Monate bis zum reifen Kompost 0–150 € je nach Behälter (Haufen kostenlos, Holz-Lattenkomposter ca. 30–80 €, Thermokomposter ca. 60–150 €)

Haftungsausschluss

Diese Anleitung wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Dennoch übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte. Die Umsetzung erfolgt auf eigene Gefahr und eigenes Risiko – für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden, die im Zusammenhang mit der Anwendung dieser Anleitung entstehen, ist jede Haftung ausgeschlossen. Die Inhalte ersetzen keine fachliche Beratung im Einzelfall. Beachten Sie stets die Herstellerangaben Ihrer Werkzeuge und Materialien sowie geltende örtliche Vorschriften (z. B. Bauordnung, Nachbarrecht, Leitungsauskunft vor Grabungen). Arbeiten an Strom-, Gas- oder Wasserleitungen sowie an tragenden Bauteilen gehören ausschließlich in die Hände von Fachbetrieben.

Worum geht es?

Standort wählen, richtig schichten, umsetzen – so entsteht in Ihrem Garten nährstoffreicher Humus

Kompostieren ist die einfachste Form des Recyclings: Rasenschnitt, Laub und Gemüsereste, die sonst in der Biotonne landen, werden im eigenen Garten zu nährstoffreichem Humus – dem besten Dünger und Bodenverbesserer, den es gibt. Viel falsch machen kann man dabei nicht, wenn drei Grundregeln stimmen: der richtige Standort (halbschattig, auf offenem Boden), eine ausgewogene Mischung aus feuchten und trockenen Materialien und gelegentliches Umsetzen. Dann liefert der Komposthaufen nach 9–12 Monaten reifen Kompost, mit dem Sie Beete, Rasen und Kübelpflanzen versorgen.

Werkzeug

  • Grabegabel oder Mistgabel
  • Spaten
  • Gartenschere oder Häcksler für grobes Material
  • Schubkarre
  • Durchwurfsieb (ca. 15–20 mm Maschenweite) für die Ernte

Material

  • Kompostbehälter: offener Lattenkomposter, Drahtkomposter oder Thermokomposter – oder einfach ein freier Haufen
  • Grobes Material (Äste, Strauchschnitt) für die unterste Schicht
  • Gemischtes Kompostgut: Rasenschnitt, Laub, Gemüsereste, Kaffeesatz, Eierschalen
  • ggf. etwas reifer Kompost oder Gartenerde als Starter
Anleitung

Schritt für Schritt

1

Standort wählen

Ideal ist ein halbschattiger, windgeschützter Platz, etwa unter einem Baum oder an einer Hecke: In der prallen Sonne trocknet der Kompost aus, im Vollschatten bleibt er zu nass. Zwingend steht der Kompost auf offenem Gartenboden – nie auf Beton oder Platten –, damit Regenwürmer und Mikroorganismen einwandern und überschüssiges Wasser abziehen kann. Mit Blick auf die Nachbarn haben sich ein wenig Abstand zur Grundstücksgrenze und ein Platz abseits der Sitzecke bewährt.

2

Behälter aufstellen und Grundschicht einbauen

Lockern Sie den Boden auf der Stellfläche mit der Grabegabel und stellen Sie den Komposter darauf. Als unterste Schicht kommen 10–20 cm grob zerkleinerte Äste und Strauchschnitt hinein – diese Drainageschicht hält den Haufen von unten belüftet und verhindert Staunässe. Wer mag, legt zwei Behälter nebeneinander an: einen zum Befüllen, einen zum Reifen.

3

Wissen, was hinein darf – und was nicht

Hinein dürfen: Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz samt Filter, Eierschalen, Rasenschnitt (angewelkt und in dünnen Lagen), Laub, Staudenrückschnitt, zerkleinerter Strauchschnitt und unbedruckte Pappe in kleinen Mengen. Nicht hinein gehören: gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot (locken Ratten an), kranke Pflanzen, samentragendes Unkraut und Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke, gespritzte Zitrusschalen in Mengen sowie generell Glas, Plastik, Asche von Kohle und behandeltes Holz.

Was auf den Kompost darf und was nicht – nur rohe, unbelastete organische Reste verrotten zu gutem Humus.
4

In Schichten und gut gemischt befüllen

Die Faustregel lautet: feuchtes, stickstoffreiches Material (Rasenschnitt, Küchenabfälle) immer mit trockenem, kohlenstoffreichem Material (Laub, gehäckselte Äste, Stroh) abwechseln oder mischen – grob im Verhältnis 1:2 bis 1:3. Rasenschnitt nie dicker als 5–10 cm am Stück einfüllen, sonst fault er zur stinkenden Schmierschicht. Zwischendurch eine Schaufel reifen Kompost oder Gartenerde einstreuen – das impft den Haufen mit den richtigen Mikroorganismen.

Grober Strauchschnitt als Drainage nach unten, darüber feuchtes Grünmaterial und trockenes Braunmaterial im Wechsel – der Komposter steht halbschattig auf offenem Boden.
5

Feuchtigkeit im Blick behalten

Der Kompost soll so feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm. Der Fausttest: Eine Handvoll Material zusammendrücken – es soll sich feucht anfühlen, aber kein Wasser heraustropfen. In trockenen Sommern gelegentlich gießen, bei Dauerregen einen offenen Haufen mit Vlies oder einer Lage Stroh abdecken.

6

Nach einigen Monaten umsetzen

Nach etwa 3–6 Monaten setzen Sie den Haufen einmal komplett um: mit der Grabegabel neben dem alten Standort (oder in die zweite Kammer) neu aufsetzen, dabei Äußeres nach innen und Inneres nach außen mischen. Das Umsetzen bringt Sauerstoff in den Haufen und beschleunigt die Rotte deutlich. Trockene Zonen dabei anfeuchten, nasse mit trockenem Material mischen.

Nach 3–6 Monaten wird der Haufen einmal umgesetzt, das bringt Sauerstoff hinein; nach 9–12 Monaten ist der Kompost dunkel, krümelig und riecht nach Walderde.
7

Reife prüfen und Kompost ernten

Nach 9–12 Monaten (im Thermokomposter oft schneller) ist der Kompost reif: dunkelbraun, krümelig, angenehm nach Walderde duftend – die Ausgangsstoffe sind nicht mehr zu erkennen. Zur Ernte werfen Sie das Material durch ein grobes Sieb; Übergroßes wandert zurück in den neuen Haufen. Reifen Kompost bringen Sie im Frühjahr 2–3 l/m² auf Beete und Rasen aus und arbeiten ihn flach ein.

Sicherheit zuerst

  • Bei Arbeiten am Kompost Handschuhe tragen und Wunden abdecken – in Erde und verrottendem Material können Krankheitserreger vorkommen.
  • Beim Umsetzen rückenschonend arbeiten: kleine Gabelportionen, aus den Beinen heben, Pausen machen.
  • Beim Häckseln von Strauchschnitt Schutzbrille und Handschuhe tragen und die Einweisung des Geräteverleihers beachten.
  • Keine gekochten Essensreste, Fleisch oder Milchprodukte kompostieren – sie locken Ratten und andere unerwünschte Gäste an.
Aus der Praxis

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Kompost auf versiegeltem Untergrund

Auf Beton oder Platten fehlt der Kontakt zum Bodenleben: Regenwürmer und Mikroorganismen können nicht einwandern, Staunässe sammelt sich am Grund und der Haufen fault statt zu verrotten. Offener Gartenboden ist die Grundvoraussetzung für jeden Kompost.

Dicke Lagen Rasenschnitt

Frischer Rasenschnitt in dicker Schicht verklebt zu einer luftdichten, faulenden Masse – der häufigste Grund für stinkende Komposthaufen. Schnittgut vorher anwelken lassen und nur in dünnen Lagen, gemischt mit Laub oder gehäckseltem Material, einfüllen.

Nie umsetzen und nie mischen

Ein Haufen, der nur befüllt und nie bewegt wird, verdichtet sich, bekommt keinen Sauerstoff und braucht Jahre statt Monate. Einmal Umsetzen nach einigen Monaten und eine ausgewogene Mischung aus feuchtem und trockenem Material halbieren die Rottezeit.

FAQ

Häufige Fragen

Was darf alles auf den Kompost?

Rohe Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Eierschalen, Rasenschnitt in dünnen Lagen, Laub, Staudenrückschnitt und zerkleinerter Strauchschnitt. Nicht hinein gehören gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch und Milchprodukte, kranke Pflanzen, samentragende und Wurzelunkräuter sowie alles Nicht-Organische.

Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?

In einem gut gemischten, einmal umgesetzten offenen Komposter dauert es etwa 9–12 Monate bis zum reifen Kompost. Thermokomposter schaffen es dank höherer Temperaturen oft in 6 Monaten. Grober, nie umgesetzter Kompost kann dagegen 2 Jahre brauchen.

Warum stinkt mein Kompost?

Fauliger Geruch zeigt Sauerstoffmangel an – meist durch zu viel nasses Material wie dicken Rasenschnitt oder durch Staunässe am Grund. Die Lösung: Haufen umsetzen, trockenes Strukturmaterial (Laub, gehäckselte Äste, Stroh) untermischen und künftig feucht und trocken im Wechsel einfüllen. Ein gesunder Kompost riecht nach Walderde.

Welcher Standort ist für den Kompost ideal?

Halbschattig, windgeschützt und zwingend auf offenem Gartenboden – etwa unter einem laubabwerfenden Baum. In der vollen Sonne trocknet der Haufen ständig aus, im tiefen Schatten bleibt er zu kalt und nass. Ein paar Meter Abstand zu Sitzplatz und Nachbargrenze ersparen Diskussionen.

Woran erkenne ich, dass der Kompost reif ist?

Reifer Kompost ist dunkelbraun, feinkrümelig und riecht angenehm nach Walderde – die ursprünglichen Abfälle sind nicht mehr erkennbar. Ein einfacher Test ist die Kresseprobe: Kressesamen in einer Schale mit dem Kompost aussäen; keimen sie zügig und wachsen mit grünen Blättern, ist der Kompost reif und pflanzenverträglich.

Oder machen lassen

Wann lohnt sich der Profi?

Fällt bei Ihnen mehr Grünschnitt an, als ein Komposthaufen verarbeiten kann – etwa nach einem Heckenrückschnitt oder einer Baumfällung –, übernehmen wir das Häckseln und den fachgerechten Abtransport. Und wenn Sie Ihren Boden großflächig verbessern möchten, liefern wir Kompost und Mutterboden in jeder Menge und arbeiten ihn maschinell ein – etwa als Grundlage für eine Rasenneuanlage oder neue Pflanzflächen. Von der einzelnen Fuhre bis zur kompletten Gartenneugestaltung mit Beeten, Wegen und Bewässerung sind wir Ihr Ansprechpartner.